WALKING IN BETTIS SHOES

Hereinspaziert - Holztür mit Klinke

Über die Website

Willkommen! Ich freu mich, dass Du den Weg zu meiner Website gefunden hast. Tritt ein, Deine Schuhe kannst Du ruhig anlassen. Ich möchte vor allem meine Familie & Freunde über meine Auszeit und das Abenteuer meines Lebens auf dem Laufenden halten aber auch gerne andere Reise-Interessierte an meinen Vorbereitungen und Erfahrungen teilhaben lassen. Meine Website ist also eine Mischung aus Info und Blog.

Platz nehmen - rosa Stuhl

Bettis Blog

Herzstück von Walking in Bettis shoes ist der (Reise-) Blog. Nach meinem 14monatigen Streifzug durch die Welt, bin ich nun zurück in Berlin und versuche, wieder im normalen Leben anzukommen. Und dabei doch so viel wie möglich von dem zu bewahren, was mich auf der Reise erfüllte. 

Nimm Platz, mach es Dir gemütlich und lass Dich ein wenig von meinen Erlebnissen sowie Bildern unterhalten und inspirieren!



Flip Flops

NEUESTER BLOGARTIKEL:

BURMA-LIEBE (INLE LAKE, HSIPAW, GOKTEIK-VIADUKT, MANDALAY

 

Ich hab scheinbar meine komplette Schreiblust an meinen ersten Myanmar-Artikel verbraucht, denn nun häng ich ganz schön hinterher. Dabei hab ich doch so viele tolle Sachen erlebt. Hier ein Versuch, die letzten beiden Wochen Revue passieren zu lassen:

 

Die karaokemusiklastige und kalte Busfahrt kam mir nicht ganz so lang vor wie sie war (19 Stunden), und so kam ich müde aber wohlbehalten am Samstagnachmittag (4.11.) in NYAUNG SHWE an. Dieser kleine Ort hat sich durch die Nähe zum berühmten Inle Lake zu einem HotSpot der Backpacker gemausert. Aber auf eine angenehme Weise (und damit meine ich nicht nur die Menükarten auf englisch ;) ), was auch an dem grandiosen Hostel Song of Travel (genau so würde ich mein Hostel nennen) lag, welches von strukturierten und warmherzigen Frauen geführt wird. Insbesondere nach einer schlaflosen Nacht is man sehr empfänglich für Betuddelung und so fühlte ich mich perfekt aufgehoben. Wäre ich noch auf großer Reise, wäre ich in Nyaung Shwe auf jeden Fall ne Weile hängen geblieben.  

Am ersten Tag schnappte ich mir nach einem leckeren Dachterrassen-Frühstück inkl. Filterkaffee (anstatt des sonst in Myanmar gängigen ungenießbaren Instant-Zeuch) ein Fahrrad und folgte der vom Hostel empfohlenen Rundtour. Entlang an Reisfeldern, auf sehr holprigen und sandigen Wegen, vorbei an Pagoden und die Berge dabei immer als Hintergrundkulisse. In dem Mini-Ort Khaung Daing eröffneten sich mir spannende Einsichten in das Alltagsleben der Dorfbewohner und ich war die ganze Zeit im Zwiespalt zwischen Neugierde und dem Wahren der Privatsphäre. Es boten sich jede Menge Fotomotive, die diese bezaubernden Locals und ihr Leben wunderbar widerspiegeln aber wie Ihr ja wisst, fotografiere ich Menschen so gut wie nie, es sei denn, sie lächeln direkt in meine Kamera oder sind kaum zu erkennen. Nach der kleinen Erkundung suchte ich mir jemanden, der mich und mein Rad auf die andere Seite vom See bringt (der See war (mir) zu groß für eine komplette Umrundung) und wurde natürlich erstmal auf nen Tee eingeladen - die Menschen hier sind einmalig! Der von Bergen umgebene InleLake ist 22 km lang und 11 km breit, durch die zahlreichen schwimmenden Gärten überall (total faszinierend!) wirkt der See allerding viel kleiner. Das Kleinerwerden ist durch den schändlichen Umgang mit der Natur (Vermüllung, Abholzung, Bebauung durch den zunehmenden Tourismus), leider reales Schicksal des InleLake, laut meines Reiseführers hat er in den letzten 80 Jahren ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche verloren. Auf der anderen Uferseite angekommen, radelte ich dann zurück, um rechtzeitig zum Sunset-Yoga auf’m Rooftop wieder im Hostel zu sein. Betti in ihrem Element.

Am nächsten Tag folgte DAS Pflichtprogramm: ein Daytrip auf dem InleLake. Das Hostel bietet eine eigene Tour an, was super ist, da es extrem viel Zeit und Nerven spart fürs Rumgesuche+Gefeilsche mit nem geeigneten Anbieter. Um 5:30 Uhr ging’s los auf den See, das erste Highlight war das Frühstück auf dem Boot zum ziemlich bewölkten aber dennoch stimmungsvollen Sonnenaufgang. Was ich von Myanmar an Bildern vorher kannte, war die mit Heißluftballons gesäumte Pagodenlandschaft in Bagan sowie die mit einem Bein paddelnden und einen riesigen Fangkorb haltenden Fischer auf dem InleLake. Mittlerweile haben die Fischer andere Fangmethoden (das mit dem Bein paddeln machen sie trotzdem alle noch, sieht komisch aus aber scheint effektiv zu sein) aber extra für die Touris halten sich “traditionelle Fischer” als Fotomodel bereit und so muss man auch als Tourist im Jahre 2017 auf dieses Motiv nicht verzichten.

Wir machten mehrere Stopps an mitten im Wasser stehenden Häusern, um uns verschiedene Handwerks-Vorführungen anzuschauen, wie z.B. Zigarren- sowie Silberschmuck-Herstellung und Webereien mit aus Lotuspflanzen gewonnener Seide. Das war in Teilen durchaus interessant aber natürlich alles vollständig auf den ganz viel Geld im Shop lassenden Touristen geeicht. Den See verlassen haben wir für eine (für mich) viel zu kurze Besichtigung des Pagodenwaldes in Indein. Zum Lunchen ging es dann wieder auf den See, und zwar zu einer local family mit einer solide gebauten Hütte, in der man dennoch die ganze Zeit leicht schaukelnde Bewegungen spürte. Zeit zum Seekrankwerden hatte ich aber nich, denn das Essen war das bisher leckerste auf dem Trip. Nach einem kleinen Nap durften wir uns dann im Kanufahren ausprobieren, das war ganz schön tricky, schon bei der kleinsten Bewegung schaukelt das schmale Holzbötchen bedrohlich hin und her. Gut, dass ich Kamera und Co in der Hütte gelassen hatte. Wir paddelten zwischen den Häusern entlang und konnten die Locals bei ihrer Körperpflege beobachten. Wie fast überall in Myanmar werden dafür die Gewässer genutzt. Und gleichzeitig ragen blaue Abflußrohre aus den Hütten in den See. Ich kann mich an diesen Anblick nicht gewöhnen, die “Badewanne“ und Nahrungsquelle wird zeitgleich als Abwassergrube und Müllkippe verwendet. Unfassbar für mich! Der Plastikmüll schwimmt kreuz und quer im Wasser, da erwischt man sich bei dem hinterfragenden Gedanken, ob das Projekt, welches man diesbzgl. im Job betreut, überhaupt was bringt. Jaja ich weiss, jeder ToGo-Becher weniger ist hilfreich aber wenn man das hier vorfindet, dann sehe ich dennoch schwarz für unsere Weltmeere...

Am späten Nachmittag zurückgekehrt, gab es ne einstündige Full-Body-Massage, nur war die leider viel zu dolle. Ich wollte es aushalten, weil ich dachte, meiner Durchblutung damit etwas Gutes zu tun, lief dann aber tagelang mit blauen Flecken am ganzen Körper rum. Gut, dass man sich hier buddhistisch bedeckt kleiden muss.

Mit einem Schweizer, nem Companion der Bootstour, wollte ich dann noch einen Schlummertrunk nehmen, daraus wurden mehrere, Happy Hour all night long...

Gut, dass der nächste Tag eh fürs Chillaxen eingeplant war. Mit ein paar Leuten aus dem Hostel hatten wir uns für eine kleine Radtour zu einer Holzpagode zusammengetan, ansonsten hab ich mich dem Orgakram für die kommenden Stationen gewidmet und das selten gute Internet ausgenutzt (SOKO Leipzig gucken :D ).


Am Mittwoch (8.11.) ging es weiter zur nächsten Etappe meiner Myanmar-Rundreise. Auch wenn die Nachtbusfahrt nicht so abschreckend war wie vorab befürchtet, entschied ich mich diesmal für die Tagfahrt-Variante, um ein wenig von der Landschaft mitzubekommen. Die vorbeiziehende Landschaft in Kombi mit guter Musik auf den Ohren ist bei mir ja mittlerweile Garant für Glücksgefühle. Die konnte ich dann nich ganz so ausleben. Da die schönsten Abschnitte auch die kurvigsten waren, wurde ich an den Unfall mit dem Minivan in Laos erinnert und hatte ziemliche Angst, so dass mir der Atem eher von dieser, anstatt von der schönen Landschaft geraubt wurde. Durch die verspätete Abfahrt (nur 1,5 Stunden…) und die ständigen Pausen kamen wir erst abends in HSIPAW an. Dafür wurde ich dann netterweise direkt zum Hotel gebracht, ich hatte mich schon im Stockdunkeln durch die Gegend stolpern sehen.

Hsipaw wird von den meisten für eine mehrtägige geführte Trekkingtour genutzt. Mir war, trotz ursprünglich anderer Planungen, nicht danach, da ich mich mal wieder im Extrem-Einsiedlerkrebs-Modus befand und so zog ich alleine los und erkundete an mehreren Tagen die grüne Umgebung und kleinen Dörfer. Unter anderem empfahl mein Reiseführer eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall, hin und zurück 12 km, also eigentlich eine leichte Übung aber irgendwie kam ich nach ner Weile aus’m Tritt. Ich bin erst mittags los und so machte mir unerwarteterweise die Hitze dolle zu schaffen, so dass jede Erhebung anstrengend war, obwohl es auf dem Hinweg eigentlich mehr bergab als -auf ging. Kurz vor dem Wasserfall machte mein Kreislauf schlapp, es waren eigentlich nur noch ein paar hundert Meter aber es war ziemlich steil und ich schaffte es einfach nicht mehr. :( Für den Rückweg hielt ich mich mit der Vorstellung, wie kalt und grau es grad in Deutschland ist, aufrecht. Das half! Ich musste wieder an dem Feld vorbei, auf dem etliche Plastikmüllhaufen  verbrannt werden. Leider brannten grad einige Haufen, schwarzer Rauch, dem man das Gift schon von weitem ansah, stieg auf. Ich versuchte, nicht zu atmen aber da es direkt vorher bergauf ging, schnaufte ich und atmete ganz viel sonstwas ein… Die armen Menschen, die dort jeden Tag arbeiten müssen!

 

 

Und schon stand erneut ein Ortswechsel an, diesmal war der Weg sowas von das Ziel. Das Gefährt der Wahl am Sonntag (12.11.) war der Zug. Obwohl, eine Wahl hat man eigentlich nicht, denn es ist ein MustDo, wenn man in der Gegend ist. Da eine mehrstündige Fahrt bevorstand, entschied ich mich schweren Herzens gegen die Holz- und somit gegen die Mitten-unter-Locals-Klasse und für die mit Polstersitzen ausgestattete UpperClass. Und war dann sehr froh über diese Entscheidung, denn man wurde bei der Fahrt sowas von hin und her geschüttelt, dass das doch glatt den einen oder anderen blauen Fleck wieder aufgefrischt hat. Der Zug ächzte, schnaufte und wackelte an verschiedenen Dörfern vorbei, bis wir dann das erreichten, weswegen man um die Zugfahrt nicht herumkommt: die Fahrt über das 110 Meter und knapp 800 Meter lange, 1900 erbaute Gokteik-Viadukt. Schon das sich Nähern an diese Stahlkonstruktion inmitten einer Berg-Schluchten-Landschaft war aufregend und furchteinflößend zugleich. Und dann rauf da. Ich kann es nicht beschreiben, wie besonders die Fahrt und wie einzigartig der Ausblick auf die Landschaft war.

 

Abends kam ich in der 1,3-Mio-Metropole MANDALAY an und wollte eigentlich früh ins Bett. Aber das Gewusel und die angenehme Wärme lockten mich auf die Strassen. Ich liebe es so sehr, abends im T-Shirt draußen zu sitzen und etwas zu essen+trinken und zelebriere das, sooft es geht.

 

Dieses Mal war mir nicht nach Selber-durch-die-Stadt laufen, zumal die Sehenswürdigkeiten überall verteilt sind und Mandalay sehr weitläufig ist. Und so buchte ich mir über das Hostel ein Motorbike-Taxi und ließ mich am Montag den ganzen Tag durch die Gegend kutschieren. Ich hab unzählige Pagoden und Klöster besichtigt und die Fahrten dazwischen, mittendrin im gnadenlosen zwei- und vierrädrigen Straßenkampf, genossen. Abgeschlossen wurde der schöne und bequeme Sightseeing-Tag mit dem Sunset auf dem Mandalay Hill, auf dem dann alle Touris zusammenfanden.

 

Nach einem relaxten Dienstag mit Recherchen in nem stylischen Café und ner soften Massage, machte ich das mit dem Rumkutschierenlassen am Mittwoch gleich nochmal und buchte erneut den Fahrer. Der Klassiker als Tourist in Mandalay ist die Three-Ancient-Cities-Tour in die  Umgebung von Mandalay: Amarapura, Inwa und Sagaing. Verrückterweise zieht man das an einem Tag durch, wo man sicherlich an jedem einzelnen Ort mindestens einen Tag verbringen könnte. Ich bin eigentlich kein Fan von solchen komprimierten Touren aber man muss sich auch mal darauf einlassen können, so richtig auf Tourist zu machen. Ausserdem ich bin ja diesmal nur auf'm Kurztrip ;) und muss somit gezwungenermaßen bündeln.

 

Also abermals hinten rauf aufs Moped und wieder munteres Pagoden- und Kloster-Hopping. Bei einem Kloster hatte ich dann einen kurzen Moment, in dem ich bereute, mich gegen einen Meditations-Retreat entschieden zu haben. Alle Mönche stellten sich andächtig auf und diese Prozedur hatte eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Zum Glück übe ich das Meditieren dennoch fleissig, auch ohne Retreat und so wurde ich nicht gewalttätig, als ich einige Touris sah, die den Mönchen ihre Kameras und GoPros direkt vors Gesicht hielten. Beliebt sind auch Selfis mit den Mönchen ohne jegliche Wahrung von Abstand und Anstand. Hauptsache ein geiles Motiv zum Rumzeigen. Regt mich auf sowas und verursacht dolle Fremdschäm-Gefühle.


Neben den klassischen Touri-Spots steuerte mein Fahrer auch einige verlassene Stätten an, meistens haben mir diese am besten gefallen. Das Touriprogramm war also gar nich mal so übel, kapitulieren musste ich am Ende dennoch. Und zwar bei DEM Touri-Magnet, der U-Bein-Bridge in Amarapura, die längste Teakholzbrücke der Welt (über 1 Kilometer). Beim Drüberlaufen konnte man sehen, dass die Brücke schon ganz schön gelitten hat unter den Massenwanderungen und die ein oder andere Holzstele mittlerweile durch einen Betonpfeiler ersetzt wurde. Als sich dann immer mehr und mehr Menschen auf und neben der Brücke einfanden, um sich den besten Platz für DAS Foto zum Sonnenuntergang zu sichern, wurde es mir zu viel und ich musste da ganz schnell weg. Auf dieses Motiv müsst Ihr somit verzichten. Aber folgend warten ja zig andere Bilder auf Euch:



INLE LAKE:




HSIPAW:




ZUGFAHRT - GOKTEIK-VIADUKT:




MANDALAY:


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