HIKING IN PETRA

Nach einem entspannten "Beste-View-und-Geselligkeit"-Vormittag in Dana ging es auf zum nächsten Jordanien-Stop (25.4.).

 

Die illustre Gesellschaft aus Dana blieb mir dank des identischen Zielortes noch erhalten und ich kam in den Genuss einer bequemen Mitfahrgelegenheit. Eine Wohltat nach der Busfahrt-Erfahrung ein paar Tage zuvor.

 

Unser gemeinsame Ziel lautete: PETRA - UNESCO Welterbe-Stätte und seit 2007 eines der neuen 7 Weltwunder.

 

Da Jordanien ein sehr kleines Land ist, dauerte unsere Fahrt nur ein Stündchen und wir wagten uns direkt in die Stätte. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns herab und wir waren völlig überfordert von den Menschenmassen.

Und von den an uns vorbei rasenden Pferdekutschen, mein Gott nervte mich das. Warum wird solche Tierquälerei zugelassen in einem Welterbe-Touri-Hotspot?? Und warum setzen sich die Touris zuhauf in diese völlig überteuerten Höllenritt-Kutschen??

 

Nachdem sich die Massen nach dem ersten Highlight, dem ziemlich beeindruckenden Treasury (Schatzhaus), besser verteilten, war es etwas erträglicher und man konnte die Weite der Stätte sowie die Größe und Faszination der Fels-Monumente auf sich wirken lassen. Dann hieß es Abschied nehmen von meinen beiden lustigen Gesellen und ich war wieder auf mich allein gestellt. Allerdings weniger allein als mir lieb war, denn aufgrund mangelnder Übernachtungs-Kapazitäten musste ich die erste Nacht in nem Hostel verbringen.

 

Die Nacht war dann auch erwartungsgemäß bescheiden. Und sehr kurz. Ich wollte nämlich die erste in Petra sein. Somit stand ich kurz vor 5 auf, war Punkt 6 Uhr zum Einlass-Beginn in Petra und begab mich durch die kilometerlange enge Schlucht in die Weite der Stätte. Und obwohl es derselbe Weg war wie tags zuvor, war das Erleben ein völlig anderes. Dank der fehlenden Massen und Kutschen konnte ich alles bewusster wahrnehmen und auf mich wirken lassen. Der Plan war eigentlich, das im Reiseführer hochgelobte Sonnenaufgangs-Farbenspiel am Treasury zu bewundern aber dort angekommen, entschied ich spontan, nicht auf den Sunrise zu warten, sondern einfach weiter zu laufen. Mal wieder eine gute Bauchentscheidung, ich erlebte eine magische Wanderung. Denn mir begegnete über Stunden keine Menschenseele in diesem riesigen Areal. Ja, ab und zu war mir da durchaus auch mulmig zumute bei engen verwinkelten Pfaden aber der Zauber überwog um ein zigfaches. Ziel war das aus den Felsen gehauene Monastery (Kloster). Wirklich eindrucksvoll! Ein Genuss war dann auch mein einsames Frühstück mit hammer Ausblick.

 

Auf dem Rückweg begegneten mir nach und nach ein paar mehr Menschen, ich wanderte umher und machte mich auf zu meinem nächsten Aufstieg, die Ausblicke waren immer wieder grandios und am Ziel gab es einen imposanten Blick auf das Treasury von oben.

 

Zurück an den Hauptattraktionen war dann wieder alles voller Menschen, die unzähligen mich anquatschenden Händler wurden nicht müde, mir vehement alles mögliche anzupreisen (zu den Angeboten gehörten nicht nur einmal ein Bedouin Husband…) und die ebenfalls hartnäckig bettelnden Kinder schlugen mir aufs Gemüt. Um die positive Magie des bisherigen Tages davon nicht kaputt zu machen, flüchtete ich aus der Stätte und genoss nach einer heißen Dusche die angenehme Ruhe eines Einzelzimmer.  

 

Am nächsten Tag gönnte ich mir ein paar “einfach-ma-im-Bett-bleiben”-Stunden und nach dem Frühstück bot Issam, der Besitzer des Hotels, an mir Little Petra zu zeigen. Da sagte ich natürlich nicht nein und bekam wieder ein paar wunderschöne Felsen-Landschaften zu Gesicht.

 

Danach wagte ich mich wieder nach Petra, ich war angefixt von den Trails. Der von mir auserwählte Hike ging direkt mit hunderten Stufen bergauf und die ersten Stufen erinnerten mich schmerzhaft an den vortags erwanderten Muskelkater. Dies in Kombination mit der gnadenlosen Mittagshitze ließ mich an meinem Vorhaben zweifeln aber ich machte weiter und die sich immer und immer wieder vor mir ausbreitenden Panorama-Views waren mein Motivator. Ich sog alles in mich auf und war happy.  



Dieses mehrtägige Wandervergnügen hatte ich nicht erwartet. Ich hatte ganz andere Vorstellungen von Petra. Imposante Stein-Tempel etc., eben das, was man so von Bildern kennt, aber diese Landschaft ist zum Niederknien. Und dann kann man das alles auch noch erwandern. Mega! Und man kann diese Touri-Stätte sogar teilweise für sich haben - frühes Dasein lohnt sich auf jeden Fall.

 

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